MigrantinnenVerein-Berlin e.V. bleibt im Nachbarschaftshaus in der Karlsgartenstraße 6!

Jahrelang musste der MigrantinnenVerein-Berlin von Ort zu Ort ziehen. Schließlich ließen wir uns im Nachbarschaftshaus in der Karlsgartenstraße 6 nieder, das wir uns mit anderen Vereinen teilten. Wir arbeiten hier seit etwa 8 Jahren. Unsere Wege haben sich hier mit Hunderten von Frauen gekreuzt. Wir trafen uns jede Woche in unserem Nachbarschaftshaus mit den Gefühlen der Schwesternschaft. Sogar mehrmals in der Woche. Wir haben voneinander gelernt, uns ausgetauscht und uns solidarisch gezeigt. In unserem Nachbarschaftshaus in der Karlsgartenstraße 6 verbrachten wir mehr Zeit als in unserem eigenen Haus. Obwohl wir unsere Häuser nicht putzen konnten, haben wir unsere Gemeinschaftsräumen saubergemacht. Wir haben die Nachbarschaft kennengelernt, uns mit anderen Vereinen ausgetauscht und zusammengearbeitet. Erst letzten Monat, im November 2021, stellten wir unsere Arbeiten am Tag der offenen Tür aus und begannen gleich mit Spannung über unsere neuen Pläne zu besprechen.

Jedoch hatte Vielfalt e.V., der das Nachbarschaftshaus leitet, damit 25 Vereine ihre Arbeit in Gemeinschaftsräumen fortsetzen können, in den vergangenen Wochen mitgeteilt, dass die Nutzung der Einrichtungen ab 2022 auf die Volkshochschule Neukölln übergehen soll. Wir waren überrascht, was mit dieser Nachricht passiert ist. Sie wollten unser Nachbarschaftshaus wegnehmen. Es ist nicht nur, dass sie uns das Nachbarschaftshaus wegzunehmen, sondern alle Pläne wurden  gemacht und es wird uns angekündigt, dass wir das Haus nur noch evakuieren müssen.

Wir verlassen unsere gewonnenen Orte nicht!

Unser Nachbarschaftshaus in der Karlsgartenstraße 6 wurde jedoch zum Zweck der Begegnung mit den Bewohner:innen des Kiezes, des gemeinsamen Produzierens, des Teilens, der Solidarität, des gemeinsamen Kampf von Probleme und Bedürfnisse geplant und zur Verwendung vorgestellt. Nun soll es von 25 Vereinen, Gruppen und Initiativen weggenommen werden, die seit Jahren für diese Zwecke arbeiten und in dieser Richtung Erfolge erzielt haben.

Wir akzeptieren diese heuchlerische Haltung nicht, die Räumung des gemeinschaftlich genutzten Bereichs des Viertels, als ob er den Bewohnern des Viertels entrissen würde. Wir wollen unser „Haus“ auch in Zukunft am Leben erhalten, so wie wir diesen Raum, der aus Steinen und Mauern besteht, zu unserem funktionalen und unverzichtbaren „Zuhause“ gemacht haben. Heute haben wir keine andere Wahl, als dafür zu kämpfen, dass uns das Haus im Viertel nicht weggenommen wird.

Mach mit bei unserer Petition!

Theatergruppe des Migrantinnen-Vereins Berlin

25 Vereine, Gruppen und Initiativen, die das Nachbarschaftshaus nutzen, kamen schnell zusammen und am Ende des Treffens waren sich alle einig: „Wir haben nicht viel Zeit, wir müssen in kurzer Zeit viel tun!“ Als erster Schritt wurde die Petition-Aktion gestartet. Der MigrantinnenVerein-Berlin führt die Arbeit sowohl online als auch auf der Straße durch. Unser Ziel sind 2600 Unterschriften! Auf der Straße sind die Unterschriften schneller gesammelt, und die Bewohner:innen des Viertels, in dem wir über unseren Kampf sprechen, zeigen sich sofort solidarisch. Aber das Wetter ist sehr kalt. Wir wärmen unsere kalten Hände und Füße an der Heizung in den Cafés und gehen wieder auf die Straße. Denn wir müssen das Unterschriftenziel erreichen.

Vertreter von Verbänden, Gruppen und Initiativen treffen sich regelmäßig, um zu diskutieren und Informationen darüber auszutauschen, wie der Kampf zwischen offiziellen Stellen und der Zivilgesellschaft weitergehen soll. Inzwischen ruft jede Organisation ihr eigenen Zielgruppen auf. Außerdem wurde eine Website eingerichtet, auf der alle Materialien zu den Protesten veröffentlicht werden: https://karlsgarten6-bleibt.org/. Auf der Website sind auch die vom MigrantinnenVerein-Berlin erstellten Flyer in türkischer und deutscher Sprache verfügbar.

Treffen wir uns am Montag, den 13. Dezember, um 16:00 Uhr vor dem Nachbarschaftshaus in der Karlsgartenstraße 6!

Es wurden Pressemitteilungen verfasst, um ein breiteres Publikum zu erreichen und die Öffentlichkeit besser über diese ungerechte Entscheidung zu informieren; Nachrichten über die aktuelle Situation wurden in verschiedenen Zeitungen veröffentlicht und werden weiterhin veröffentlicht. Wir müssen jedoch unsere Gegenbewegung gemeinsam auf der Straße zeigen. Wir müssen mit einer starken Stimme sagen, dass wir die bürokratischen Verhandlungen, die im Namen des Nachbarschaftshauses geführt werden, unterstützen und dass wir unsere Forderungen nicht aufgeben werden.

Deshalb rufen wir alle auf, insbesondere die Einwohner:innen und Frauen, unseren Kampf bei der Demonstration zu unterstützen, die im Rahmen der COVID-19-Pandemie-Maßnahmen am Montag, den 13. Dezember, stattfinden wird!

Auch die Theatergruppe des MigrantinnenVereines Berlin war schnell zur Stelle und bereitete ein kurzes Stück vor, das am Ende der Parade vor dem Rathaus Neukölln aufgeführt wird. In dem auf Deutsch verfassten Stück erklären die Frauen der Stadt-, Gemeinde- und Quartiersverwaltung, was das Nachbarschaftshaus in der Karlsgartenstraße 6 für sie bedeutet: „Ich habe mich hier gefunden!“ „Hier sind wir nicht allein!“ „Hier gibt es Solidarität, Freundschaft, Zusammengehörigkeit!“ „Hier gibt es keine Diskriminierung!“ „Das sind keine vier Wände, das ist das Leben selbst!“

Um unser Nachbarschaftshaus, in dem wir uns mit dem Gefühl der Schwesternschaft treffen und eng umarmen, nicht zu verlieren, müssen wir unsere Stimme noch nachdrücklicher erheben und gemeinsam handeln.

Denn uns das Nachbarschaftshaus wegzunehmen, bedeutet auch, die Erfahrungen, die wir durch unsere Arbeit gemacht haben, und die Errungenschaften, die wir durch den Frauenkampf erreicht haben, zurückzudrängen und zu ignorieren.

Das werden wir niemals akzeptieren!

Bitte unterstützen Sie unseren Kampf und schließen Sie sich unserer Petition an!

MigrantinnenVerein-Berlin e.V.

Nachbarschaftshaus
Karlsgartenstraße 6
12049 Berlin